Charles Hampton

Heiko

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Tagebucheintrag von Henry Webster, 05. Juli 1925

Es ist die dritte Nacht unserer Überfahrt und noch immer wollen sich mir die Geschehnisse der vergangen Tage nicht völlig offenbaren. Ich sehe Bilder vor mir von Explosionen und Massen an toten, menschlichen Körpern und Blut, so viel Blut, doch beginnt mein Geist die Erinnerungen immer mehr zu verdrängen.
Glücklich würde ich mich darüber schätzen, endlich in den seeligen Schoss des Vergessen zu sinken, wäre ich nicht mit einer erneuten Plage bestraft worden.

Vor einigen Wochen erhielt ich einen Brief unserer „Organisation“. Scheinbar haben meine Taten hier in Afrika, in bestimmten Kreisen der londoner Adelsgesellschaft für Aufsehen gesorgt und eine kleine Gruppe, bestehend aus einigen jungen, wohlhabenden und überaus an okkulten Dingen interessierten Männern, schienen überaus erpicht zu sein, unserer Organisation beitreten zu dürfen.

Einer von Ihnen, Charles Hampton der III, ein Bängel von gerade mal 21 Jahren, bot scheinbar der Organisation vor einigen Tagen eine beträchtliche Summe Geld um den „Befreier Afrikas“, wie er mich nannte, kennen lernen und einen Blick in sein „abenteuerliches“ Leben werfen zu dürfen.
Nun, auch ich sollte meinen Anteil an dieser goldenen Kuh haben, doch ahnte ich nicht, das mir diese Nervensäge bereits auf den Fersen war und mich an Bord unseres Schiffes erwartete.

Hätte ich doch nur gewusst worauf ich mich einlasse, ich hätte das Doppelte und Dreifache verlangt, von dem was mir geboten wurde.

Charles Hampton der III ist ein verwöhnter und überaus neugieriger junger Mann, der das ganze Geschehen hier scheinbar für ein großes Abenteuer hält. Ich habe bereits gehört, dass in England zur Zeit eine sehr euphorische Stimmung herrscht, für alles was irgendwie Okkult erscheint, aber dennoch ist an Einigem was Charles erzählt, etwas Wahres dran.
Wie ich von ihm erfahren habe, ist sein Vater in seiner frühen Kindheit gestorben und hinterlies ihm und seiner Mutter neben einem beträchtlichen Vermögen, auch eine umfangreiche Bibliothek, in der sich Charles wohl so einiges angelesen hat, was man in einer gewöhnliche Bibliothek, eher nicht finden sollte.
Ich werde versuchen die Euphorie des Jungen, was Abenteuer angeht, etwas zu bremsen und freudestrahlend nahm er mein Angebot an, ihm den Umgang mit dem „Schießeisen“ etwas näher zu bringen, falls er tatsächlich eines Tages auf eines dieser Monster trifft, nach denen er sich so sehnt.

Dennoch ist seine Gegenwart für mich eine furchtbare Qual, den die ständigen Fragen zu den Geschehnissen in Afrika, die er alle eifrig notiert, falls ich ihm mal etwas erzähle, machen es für mich nicht gerade leichter, das Geschehene zu vergessen. Scheinbar hat er noch weitere Informationen, Informationen die ich nicht habe, denn ich sehe in seinen doch nicht ganz so naiven Augen, das er von diesen Dingen und dem größeren Zusammenhängen, um einiges mehr versteht als ich selbst.

Charles Hampton

Call of Cthulhu - De Profundis andreasosterroth schoberthheiko